Lesedauer 27 MinutenHier erfährst du alles über die aktuellen Erkenntnisse aus der Dinosaurierforschung. Die Paläo-News 2025 erfolgen dabei als kurze Paraphrase mit dem wichtigsten Ergebnis der Studie. Einen Link zum Paper findest du natürlich auch, falls du noch weiterlesen möchtest!
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Achtung: Die hier angegebenen Links führen alle direkt zu wissenschaftlichen Fachpublikationen. Diese können mitunter für Laien schwer verständlich sein, und sie sind auch alle auf Englisch verfasst. Natürlich kannst du sie mit Google oder einer KI übersetzen lassen, was aber nur bedingt empfehlenswert ist. Fachbegriffe und auch ganze Inhalte können hierbei falsch übersetzt und somit noch ungenauer werden. Lies dich also gern rein – aber es braucht etwas Übung und Geduld, bis man wirklich alles versteht. Bei Fragen stehe ich dir natürlich gern zur Verfügung! Eine Übersicht über viele gängige paläontologische Fachbegriffe und Abkürzungen findest du auch hier. |
Paläo-News auf Social Media

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Neue Dinosaurier
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Alle neuentdeckten Dinosaurier aus 2025 kommen auch hier in den Paläo-News vor. Etwas genauer stelle ich sie allerdings in einem eigenen Artikel vor. Diesen erreichst du immer beim Klick auf das jeweilige Bild des Dinosauriers, und kommst hierbei also nicht zur Studie, in welcher er beschrieben wurde. Den Link zum Paper gibt es in der rechten Spalte, gleich am Anfang.
Schau dich gerne gleich im Anschluss in der Unter-Kategorie Neue Dinosaurier um! Dort findest du nicht nur einen Beitrag zu allen neuentdeckten Dinosauriern aus 2025, sondern auch zu allen Neulingen aus den letzten Jahren, seit ich diese Seite betreibe. |
Dezember
November
Oktober
September
August
Juli
Juni
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Zahnisotope von Spinosaurus enthüllen Klima der Kreidezeit
Liu et al. nutzen Sauerstoffisotope im Zahnbein von Spinosaurus aegyptiacus, um klimatische Schwankungen im marokkanischen Kambrium zu rekonstruieren. Durch sequentielle Probenentnahme entlang des Zahnwachstums konnten zyklische Veränderungen der Isotopenwerte erkannt werden, die vermutlich auf jahreszeitlich bedingte Unterschiede im Trinkwasser und damit im Klima zurückgehen. Ein Modell der damaligen Flusslandschaft deutet auf wechselnde Wasserquellen oder schwankende Wasserbilanzen im ausgedehnten Flussdelta hin. Die Daten ähneln heutigen tropischen und subtropischen Regionen, wobei Nass- und Trockenzeiten durch Isotopentäler und -spitzen abgebildet werden.
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Mai
April
März
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Erste Sauropoden-Spur in Indien aus dem Jura entdeckt
Rozario & Dasgupta berichten über einen neu entdeckten Dinosaurier-Spurenfundort im Bundesstaat Telangana, der aus dem Unterjura stammt. Erstmals wurden dort Fußabdrücke von Sauropoden in Indien nachgewiesen – zugeordnet der Spurengattung cf. Breviparopus taghbaloutensis. Zusätzlich belegen die Fährten von Theropoden wie Eubrontes giganteus und Kayentapus hopii die frühe Präsenz fleischfressender Dinosaurier in dieser Region. Neben den eigentlichen Spuren deuten Schleifspuren und Trittfelder auf komplexes Verhalten hin, z.B. dass einer der Dinosaurier dort stolperte, ein anderer ansichtlich mit den Füßen hart aufstampfte.
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Riesiger Baryonychine aus West-Iberien entdeckt
Isasmendi et al. beschreiben neue Theropodenfunde aus der unteren Kreidezeit der westlichen Cameros-Subsenke in Spanien. In der Golmayo Formation wurden neben isolierten Zähnen auch Knochen eines sehr großen Baryonychinen entdeckt, darunter Schädel-, Wirbel- und Gliedmaßenteile. Anatomische und phylogenetische Analysen bestätigen die Zugehörigkeit zu den spinosauriden Theropoden. Die Funde ergänzen das bisherige Bild der Theropodenfauna des Cameros-Beckens, das durch eine auffällige Dominanz der Baryonychinae geprägt ist. Insgesamt wurden in Iberien bisher fünf spinosauriden Gattungen sowie zahlreiche Zahnformen beschrieben.
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Künstliche Intelligenz verbessert Bestimmung von Theropodenzähnen
Marques et al. vergleichen verschiedene Methoden des maschinellen Lernens (ML), um isolierte Zähne fleischfressender Dinosaurier effizienter taxonomisch einzuordnen. Sechs ML-Modelle wurden anhand morphometrischer Merkmale getestet, darunter auch Zahntypen je nach Position im Kiefer. Die Herausforderung lag dabei in unvollständigen Datensätzen und einer ungleichen Verteilung der Klassen. Die Studie zeigt, dass manche Modelle robuster gegenüber Klassenzahl-Ungleichgewicht sind als andere. Durch den Einsatz von Standardisierungs- und Übersampling-Techniken konnten die Klassifikationsergebnisse deutlich verbessert werden. Die Autoren stellen ihre trainierten Modelle und Methoden öffentlich zur Verfügung, um künftige Studien zur Zahnidentifikation zu erleichtern und Vergleichbarkeit zwischen Datensätzen zu schaffen.
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Kampfspuren bei ältesten fleischfressenden Dinosauriern entdeckt
Garcia, Martínez & Müller analysieren Schädelverletzungen bei frühen Raubdinosauriern der Gruppe Herrerasauridae und deuten diese als die bislang ältesten bekannten Krankheits- und Verletzungsspuren bei Dinosauriern. Fast die Hälfte der untersuchten Schädel weist Läsionen auf, die vermutlich nicht durch Verwesung oder Transport nach dem Tod entstanden, sondern auf Kämpfe zwischen Artgenossen zurückgehen.
Solche Auseinandersetzungen könnten mit Revierverhalten oder Konkurrenz um Paarungspartner zusammenhängen. Die Studie liefert damit wichtige Hinweise auf das Sozialverhalten der frühesten fleischfressenden Dinosaurier und zeigt, dass aggressives Verhalten innerhalb einer Art schon sehr früh in der Dinosauriergeschichte verbreitet war.
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Luftsäcke stabilisierten Becken von Cathartesaura im Kreide-Wüstenklima
Lerzo & Gallina beschreiben das Darmbein des südamerikanischen Sauropoden Cathartesaura anaerobica neu und liefern Hinweise auf eine durch Luftsäcke durchzogene Beckenkonstruktion. Das auffällig dünne, lamellenartige Darmbein weist mehrere U-förmige Vertiefungen auf, die mit Luftsäcken des Bauchraums in Verbindung stehen könnten – ähnlich wie bei anderen Rebbachisauriden. Der Fund stammt aus der Huincul-Formation in Patagonien, einer Wüstenlandschaft zur Zeit des Kreidezeitlichen Wärmeoptimums. Die luftgefüllten Hohlräume könnten das leichte, aber stabile Becken von Cathartesaura ermöglicht haben – entweder um mechanische Belastung besser zu verteilen oder um Gewicht zu sparen und so Energie in heißem Klima einzusparen.
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Vielgestaltige Vorderarme bei Oviraptorosauriern entwickelten sich unabhängig
Mead, Funston & Brusatte untersuchen die Evolution der Vordergliedmaßen bei Oviraptorosauriern und stellen fest, dass die Verkürzung der Arme nicht direkt mit dem Verlust einzelner Finger verknüpft ist. Während bisher angenommen wurde, dass diese beiden Prozesse miteinander verbunden seien, zeigt die Studie, dass besonders der dritte Finger anderen evolutionären Kräften unterlag als der Rest des Arms. Oviraptorosaurier weisen vier verschiedene Armtypen auf, die sich jedoch nicht eindeutig mit bestimmten Ernährungsweisen verbinden lassen. Diese Vielfalt könnte das Ergebnis einer schnellen evolutionären Aufspaltung im späten Abschnitt der Kreidezeit sein.
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Duonychus tsogtbaatari |
Zweifingriger Therizinosaurier aus der Mongolei entdeckt
Kobayashi et al. beschreiben mit Duonychus tsogtbaatari eine neue, ungewöhnliche Therizinosaurier-Art aus der Oberkreide der Wüste Gobi. Anders als bei anderen Vertretern dieser Gruppe besitzt Duonychus nur zwei Finger an der Hand statt der sonst üblichen drei. Dies liefert neue Hinweise auf die evolutionäre Reduktion der Vordergliedmaßen bei Theropoden. Besonders auffällig ist auch ein gut erhaltener, stark gebogener Krallenüberzug aus Keratin am ersten Finger, der auf eine Greiffunktion hinweist. Trotz der reduzierten Fingerzahl war Duonychus offenbar in der Lage, Pflanzen effektiv zu ergreifen. Die Entdeckung erweitert unser Verständnis über die Vielfalt und Spezialisierung pflanzenfressender Theropoden im späten Mesozoikum.
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Neuer Fund stellt Artstatus von Daspletosaurus wilsoni infrage
Warner-Cowgill et al. beschreiben ein neues, gut erhaltenes Exemplar von Daspletosaurus aus der Judith-River-Formation in Montana, datiert auf etwa 76,3–75,8 Millionen Jahre. Der Schädel weist Merkmale auf, die bisher bei keiner anderen bekannten Art der Gattung dokumentiert wurden. Damit erweitert sich das Spektrum der bekannten Formenvielfalt innerhalb Daspletosaurus. Obwohl der Fund stratigraphisch zu D. wilsoni passt, fehlt ihm ein zentrales Merkmal, das diese Art von D. torosus unterscheiden soll. Die Autoren argumentieren, dass dieses Merkmal variabel innerhalb der Gattung ist und nicht zur sicheren Abgrenzung von Arten taugt. Dadurch wird die Hypothese geschwächt, dass D. wilsoni eine eigenständige Übergangsform darstellt.
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Erste Einblicke in das Gehirn eines australischen Iguanodonten
Devereaux et al. beschreiben die Gehirnhöhle von Fostoria dhimbangunmal aus der mittleren Kreidezeit Australiens. Mithilfe von CT-Scans wurde ein digitales Endokast erstellt, das die Form des Gehirns rekonstruiert. Die Anatomie zeigt ein gut entwickeltes Riechsystem, was auf einen ausgeprägten Geruchssinn hindeutet. Im Gegensatz zu den weiter entwickelten Hadrosauriern weist Fostoria ein eher ursprüngliches Gehirnprofil mit weniger ausgeprägten Großhirnhälften auf. Eine ungewöhnliche Öffnung im Hinterhauptbein könnte ein neues, einzigartiges Merkmal dieser Art sein.
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Schuppen der Ornithischier wuchsen ohne funktionellen Wandel
Enriquez et al. untersuchen erstmals detailliert das Wachstum von Hautschuppen bei Vogelbeckendinosauriern, anhand fossiler Hautabdrücke von Chasmosaurus belli und Prosaurolophus maximus. Der Vergleich zwischen Jung- und Alttieren zeigt, dass sich Form und Größe der Schuppen während des Wachstums kaum verändern. Besonders auffällig ist, dass die auffälligen Schuppen bei Chasmosaurus zwar breiter werden, jedoch keine Formveränderungen aufweisen, die auf eine Funktion etwa bei der Partnersuche hindeuten. Zum Vergleich analysierten die Autoren das Schuppenwachstum bei acht heute lebenden Reptilienarten. Auch hier bleibt die Schuppenform meist stabil, obwohl einzelne Körperregionen teils überproportional wachsen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Schuppen bei Dinosauriern vor allem passiv mit dem Körper mitwuchsen und keine zentrale Rolle im Sozialverhalten spielten.
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Ältester Hadrosaurier-Fund von Hațeg-Insel in Rumänien
Ebner et al. beschreiben einen neu entdeckten Oberarmknochen eines Hadrosauroiden aus der Oberkreide-Fundstelle Petrești-Arini im Westen Rumäniens. Der Fund stammt aus der unteren Sebeș-Formation und zeichnet sich durch einen markanten, aber noch nicht voll ausgebildeten Muskelansatz am Oberarmknochen aus. Es handelt sich um den ersten Nachweis dieser Dinosauriergruppe an dieser Stelle und zugleich um den ältesten stratigraphisch gut datierten Fund eines Hadrosauroiden im gesamten Transsilvanischen Becken. Der Fund deutet darauf hin, dass die Hadrosaurier die Insel Hațeg bereits vor dem Ende des Campaniums erreichten.
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Vogelschnäbel folgen uraltem Wachstumsprinzip der Theropoden
Garland et al. zeigen, dass die Schnäbel heutiger Vögel und die Schnauzen ihrer Theropoden-Vorfahren einem gemeinsamen Wachstumsmodell folgen. Dieses wird Power-Cascade-Modell genannt und beschreibt eine lineare Beziehung zwischen Schnabeldicke und Entfernung zur Spitze auf einer logarithmischen Skala. In einer Analyse von 127 Arten über 120 Familien hinweg folgten 95 % diesem Muster. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass dieses Wachstumsprinzip ein grundlegendes Merkmal des theropoden Schädelbaus war und möglicherweise für alle Wirbeltier-Schnauzen gilt. Trotz großer Formenvielfalt hat sich die Schnabelform vielfach ökologischen Anforderungen angepasst, ohne das zugrunde liegende Wachstumsmodell aufgegeben wurden. So konnte die Grundstruktur des Schnabels erhalten bleiben, während sich Vögel in nahezu allen Lebensräumen der Erde spezialisierten.
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Weichteilband stabilisierte Kiefer bei Dinosauriern
Sharpe et al. identifizieren bisher unbekannte Bindegewebsstrukturen zwischen Jochbein und Unterkiefer bei Dinosauriern. Anhand von Schädelmerkmalen und Gewebeanalysen an zehn Fossilien, darunter Hadrosaurier, Ceratopsiden und Tyrannosaurier, fanden sie Hinweise auf sogenannte Enthesen – Stellen, an denen Muskeln oder Bänder am Knochen ansetzen. Diese Befunde ähneln stark den Muskel- und Bandansätzen moderner Vögel, etwa bei Huhn und Truthahn. Diese bislang übersehene Struktur namens Exoparia stabilisierte den Kiefer und war möglicherweise ein Muskel, vielleicht auch eine Sehne. Dieses Gewebe könnte auch eine wichtige Rolle beim Kauen gespielt haben, besonders bei pflanzenfressenden Arten mit komplexer Nahrungsverarbeitung.
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Ältestes bekannte Cerapodenfossil der Welt in Marokko entdeckt
Maidment et al. berichten über einen fossilen Oberschenkelknochen eines Cerapoden aus der mitteljurassischen El Mers III-Formation in Marokko. Das Fragment weist Merkmale auf, die es eindeutig dieser Gruppe ornithischischer Dinosaurier zuordnen, darunter ein versetzter Oberschenkelkopf mit deutlicher Halsstruktur. Damit handelt es sich um den ältesten bekannten Vertreter der Cerapoda. Die El Mers III-Formation ist bereits für bedeutende Dinosaurierfunde bekannt, darunter der älteste Ankylosaurier und einer der ältesten Stegosaurier. Weitere Fossilienfunde aus dieser wenig erforschten Region könnten entscheidend dazu beitragen, die Entstehung und Ausbreitung pflanzenfressender Dinosaurier während des Jura zu entschlüsseln.
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Neue Analyse klärt Körperbau von Liaoningotitan sinensis
Shan untersucht das Fossil des sauropoden Dinosauriers Liaoningotitan sinensis aus der Unterkreide Chinas erstmals umfassend. Neben einer detaillierten Analyse des Schädels, der Wirbelsäule und der Gliedmaßen konnte er eine bisher unbekannte Besonderheit am Oberarmknochen entdecken, sowie die Schädelstruktur rekonstruieren und die Körperlänge auf etwa zehn Meter bestimmen. Seine phylogenetische Analyse ordnet Liaoningotitan sinensis der Gruppe der Euhelopodiden zu, einer Sauropodenlinie mit langen Hälsen und spezialisierten Schädelmerkmalen. Die Untersuchung verdeutlicht die evolutionäre Vielfalt der riesigen Pflanzenfresser in der Jehol-Biota und liefert neue Erkenntnisse zur Entwicklung dieser Dinosauriergruppe.
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Neue Untersuchung zur Anatomie von Conchoraptor gracilis
Foster, Norell & Balanoff liefern die bislang detaillierteste Beschreibung des oviraptoriden Dinosauriers Conchoraptor gracilis aus der Oberkreide der Mongolei. Während frühere Studien nur bruchstückhafte Informationen lieferten, analysieren sie zwei außergewöhnlich gut erhaltene Skelette nun erstmals umfassend Knochen für Knochen. Dies ermöglicht eine präzisere Unterscheidung von Conchoraptor und nahe verwandten oviraptoriden Arten. Besonders hervorzuheben ist die Identifikation eines bislang unbekannten Schädelsmerkmals, das zur besseren Abgrenzung von kamm- und helmlosen Oviraptoriden beitragen soll. Eine neue phylogenetische Analyse bestätigt die bisherige Einordnung von Conchoraptor innerhalb der Oviraptorosaurier.
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Erste vollständige Bezahnung eines Dicraeosauriden entdeckt
Garderes beschreibt erstmals eine teilweise vollständige Bezahnung eines Dicraeosauriden, basierend auf Bajadasaurus pronuspinax aus der Unterkreide Argentiniens. Diese umfasst sowohl Ober- als auch Unterkieferzähne, was selten bei Sauropoden dokumentiert ist. Die Zähne zeigen eine klare Veränderung entlang des Kiefers: Sie werden nach hinten kleiner, weniger gekrümmt und zeigen seltener Abnutzungsspuren. Die Zahnwechselrate betrug durchschnittlich 40,7 Tage, lag jedoch unter der anderer Diplodocoiden. Während die unteren Zähne einem regelmäßigen Wechselmuster folgten, war der Zahnwechsel im Oberkiefer weniger geordnet, ähnlich wie bei Dicraeosaurus und Apatosaurus. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Bajadasaurus eine spezialisierte Ernährungsweise hatte, vermutlich mit einer selektiven Nahrungsaufnahme nahe dem Boden.
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Neue Dinosaurier-Fußspuren aus dem Jura Australiens entdeckt
Romilio et al. beschreiben erstmals eine Vielzahl von Fußspuren aus der unteren Jura-Formation Precipice Sandstone in Queensland. Während zuvor nur ein einzelner Abdruck bekannt war, wurden nun drei neue Fundstellen untersucht. Eine enthält eine einzelne Spur, eine zweite eine kurze Fährte mit zwei Trittsiegeln, und die dritte zeigt mindestens 13 Fährten sowie zahlreiche isolierte Abdrücke. Es ist eine der dichtesten Dinosaurier-Spurflächen Australiens. Die Spuren werden der Ichnoart Anomoepus scambus zugeordnet und stammen von kleinen Vogelbeckendinosauriern, die mit Geschwindigkeiten von etwa 2,15 bis 5,78 km/h sich auf dem Untergrund bewegten. Spuren von Wirbellosen deuten darauf hin, dass die Abdrücke in einem Gewässer mit mäßiger bis starker Strömung entstanden. Da aus dieser Zeit noch keine Dinosaurierknochen in Australien bekannt sind, liefern diese Fußspuren wertvolle Einblicke in die Existenz und das Verhalten pflanzenfressender Dinosaurier der Region.
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Abelisauriden waren bereits in der Unterkreide spezialisierte Jäger
Seculi Pereyra et al. zeigen, dass die abelisaurischen Theropoden bereits in der frühen Kreidezeit spezialisierte Jäger waren. Dies widerlegt frühere Annahmen, dass diese Anpassung erst später in der Oberkreide auftrat. Die Analyse der Oberkieferform von 17 Abelisauriden, darunter auch Spectrovenator, zeigt, dass sich die Schädelmorphologie früh an das Beuteschema dieser Fleischfresser anpasste. Besonders auffällig ist eine erhöhte Formvielfalt des Oberkiefers nach dem Faunenwechsel an der Grenze von Cenomanium und Turonium, was auf veränderte ökologische Bedingungen oder soziale Selektionsmechanismen hinweisen könnte. Hohe Evolutionsraten in der Kiefermorphologie unterstützen die Hypothese, dass diese Theropoden sich kontinuierlich an neue Jagdstrategien anpassten.
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Ältestes mögliches Ornithopoden-Fossil in Schottland entdeckt
Panciroli et al. beschreiben das erste gut erhaltene Dinosaurierskelett aus Schottland, das bereits 1973 entdeckt, aber erst 45 Jahre später geborgen wurde. Der Fund stammt aus der Bajocium-Bathonium-Zeit der Isle of Skye und umfasst unter anderem einen Wirbelbogen, Rippenfragmente und Teile des Beckens. Diese Merkmale lassen auf einen Cerapoden oder Ornithopoden schließen. Dünnschliffe einer Rippe deuten auf ein mindestens acht Jahre altes Tier mit verlangsamtem Wachstum hin. Sollte es sich um einen Ornithopoden handeln, wäre dies der älteste bekannte Körperfossilnachweis dieser Dinosauriergruppe.
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Chadititan calvoi |
Ein neuer Sauropode und sein Ökosystem im kreidezeitlichen Argentinien
Agnolín et al. beschreiben eine neu entdeckte Fossilienfundstelle der Anacleto Formation in Patagonien, die sowohl Wirbeltiere als auch wirbellose Tiere umfasst. Zu den Funden gehören erstmals nachgewiesene Landschnecken der Gruppen Megalomastomatidae und Leptinaria sowie Fische, Schildkröten, ein Krokodilpanzer, ein Pterosaurier, ein kleiner Säuger und Dinosaurier. Besonders auffällig ist eine neue, grazile Art der Rinconsaurier, einer Gruppe von Titanosauriern mit ungewöhnlicher Körperhaltung, die als Chadititan calvoi neu beschrieben wird. Die Zusammensetzung der Fossilien weist Parallelen zu anderen spätkreidezeitlichen Faunen Patagoniens auf, unterscheidet sich jedoch deutlich von gleichaltrigen Funden aus Nordamerika und Europa.
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Beschreibung der Dinosaurier-Vielfalt aus der Morrison Formation
Kirkland et al. dokumentieren eine stark gewachsene Vielfalt an Dinosauriern in Utah. In den Ablagerungen des nördlichen Paradox-Beckens wurden einzigartige frühe Kreidezeit-Faunen entdeckt, die Verbindungen zwischen Nordamerika und Europa belegen. Weiter westlich zeigen Fossilien aus Zentral-Utah erste Einwanderungen asiatischer Dinosaurier sowie das Verschwinden endemischer Arten. In den Hochplateaus im Süden Utahs liefern fossilreiche Schwemmebenen zahlreiche neue Dinosaurierarten, die sich von denen in Montana und Alberta unterscheiden. Die hohe Fossildichte ermöglicht neue Erkenntnisse zur Evolution und Verbreitung der Dinosaurier.
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Februar
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Neue Vielfalt fossiler Eierschalen aus der Cedar Mountain Formation
Hedge et al. untersuchen erstmals die Vielfalt fossiler Eierschalen aus der cenomanzeitlichen Mussentuchit Formation in Nordamerika. Während bislang nur eine unsichere Eierschalentaxon bekannt war, identifizieren sie nun sechs verschiedene Typen. Drei davon gehören zur Familie Elongatoolithidae, deren Eier von Oviraptorosauriern gelegt wurden. Zwei weitere stammen von pflanzenfressenden Ornithopoden. Eine Art wird einem Krokodilverwandten zugeordnet. Die Vielfalt der Oviraptorosaurier-Eierschalen ist die älteste bekannte in Nordamerika und deutet darauf hin, dass mindestens drei verschiedene Arten dieser Dinosaurier in der Region lebten. Besonders bemerkenswert ist der Fund von Mycomorphoolithus kohringi, das erstmals außerhalb Europas nachgewiesen wurde und das bisher jüngste bekannte Vorkommen dieses Ootaxons darstellt.
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Neue Erkenntnisse zu Anchisaurus und frühen Dinosauriern Nordamerikas
Galton, Regalado Fernández & Farlow beschreiben neue Fossilienfunde früher Dinosaurier aus dem Unterjura von Connecticut im Osten der USA. Die Funde stammen aus der Portland- und Longmeadow Formation und umfassen Skelette sowie einzelne Knochen verschiedener Dinosaurier, insbesondere von Sauropodomorphen wie Anchisaurus und Ammosaurus (der urprünglich als Fleischfresser galt). Zusätzlich liefern Fußspuren aus der Region Hinweise auf eine ungewöhnliche Ökologie mit ungewöhnlich vielen Theropoden. Die großen, bis zu 9m langen Fleischfresser jagten dort möglicherweise vor allem Fische jagten. Neben Dinosauriern wurden auch nicht-dinosaurische Reptilien wie der krokodilartige Stegomus sowie pflanzenfressende Aetosaurier entdeckt, die ein breiteres Bild der damaligen Tierwelt zeichnen.
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Neue Funde gepanzerter Dinosaurier in Südamerika
Álvarez Nogueira et al. berichten über neue Fossilien gepanzerter Dinosaurier aus der Oberkreide (Campanium–Maastrichtium) der Allen Formation in Argentinien. Die Funde umfassen Zähne, Knochenplatten und ein partielles Kreuzbein, insgesamt Überreste von mindestens drei Individuen. Diese stammen aus einer anderen Fundstelle als Patagopelta cristata, dem bisher einzigen benannten gepanzerten Dinosaurier Patagoniens. Einige Überreste wurden gemeinsam mit Eiern und Knochen des Alvarezsauriden Bonapartenykus ultimus entdeckt und bieten damit eine seltene Momentaufnahme einer prähistorischen Lebensgemeinschaft in Südamerika.
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Sinosauropteryx lingyuanensis
Huadanosaurus sinensis
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Sinosauropteryx lingyuanensis und Huadanosaurus sinensis erweitern das Bild der frühen Coelurosaurier
Qiu et al. stellen zwei neue Theropoden aus der Unterkreide Yixian-Formation in Liaoning, China, vor: Sinosauropteryx lingyuanensis und Huadanosaurus sinensis. Die phylogenetische Analyse zeigt, dass alle compsognathidenähnlichen Theropoden der Jehol-Biota eine monophyletische Gruppe bilden, die zu den frühen Coelurosauriern gehört.Mit Berücksichtung auf die These, dass die „Compsognathiden“ eventuell polyphyletisch sind und einige Exemplare auch Jungtiere von Tetanuae repräsentieren könnten, haben die Forscher die Familie Sinosauropterygidae wiederbelebt. Die Diversifizierung dieser Theropoden könnte durch die Zerstörung des Nordchina-Kratons beeinflusst worden sein. Die verschiedenen Arten der Sinosauropterygidae entwickelten mindestens drei unterschiedliche Jagdstrategien.
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Über die Evolution der Vogel-Feder
Xu & Barrett zeigen in einer ausführlichen Revision der Forschung über die Ursprünge der Vogel-Federn, dass federähnliche Strukturen nicht nur bei Vögeln, sondern auch bei Dinosauriern und Pterosauriern vorkamen. Die Funde deuten darauf hin, dass komplexe Flugfedern bereits vor den ersten echten Vögeln existierten. Einige frühe Federn unterschieden sich stark von modernen Federn in Struktur, Biochemie und Entwicklung. Unklar bleibt, ob „echte“ Federn an der Basis der Avemetatarsalia oder erst innerhalb der Theropoden entstanden. |
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Einblicke in das Wachstum der frühen Sauropodomorphen
Toefy, Krupandan & Chinsamy untersuchen die Knochenmikrostruktur von zwei Sauropodiformen und einem frühen Sauropoden aus der Elliot-Formation in Südafrika. Die histologischen Analysen zeigen ein schnelles Wachstum durch die Ablagerung von Faserlamellenknochen, unterbrochen durch Wachstumslinien (LAGs) im mittleren und äußeren Knochenbereich. Pathologische Knochenstrukturen und spezifische Wachstumsmerkmale deuten auf unterschiedliche Entwicklungsprozesse in der Kindheit der frühen Langhals-Saurier hin. Die Ergebnisse unterstützen die Hypothese, dass kontinuierliches Wachstum und faserlamelläres Knochengewebe Schlüsselmerkmale in der frühen Evolution bei Sauropoden waren, die schließlich für ihren Gigantismus ausschlaggebend sein sollten. |
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Neue Spuren eines schwimmenden Ornithopoden in Peru entdeckt
Guillermo-Ochoa et al. beschreiben kurze Spuren eines kleinen Ornithopoden, die in Ablagerungen aus der Zeit vom Albium bis Turonium in der Arcurquina Formation in Südperu hinterlassen wurden. Die drei aufeinanderfolgenden Fußabdrücke stammen vermutlich von einem basalen Iguanodontier. Die Morphologie der Abdrücke, darunter eine halbmondförmige Plantarzone und schlanke, verlängerte Eindrücke des dritten Zehs, deuten darauf hin, dass der Dinosaurier sich möglicherweise im flachen Wasser bewegte. Wellenbewegungen könnten dabei seine Fortbewegung beeinflusst haben. Der Fund erweitert das icnologische Dinosaurierarchiv Perus um seltene Hinweise auf schwimmende Ornithopoden.
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Über die Ankylosaurier aus Mexiko
Rivera-Sylva et al. berichten über neue Fossilienfunde von Ankylosauriern aus der Oberkreide in Coahuila (Mexiko). Die entdeckten isolierten Osteodermen und partiellen Skelettteile deuten auf eine Zugehörigkeit zu den Nodosauriden hin und erweitern damit das bekannte Verbreitungsgebiet dieser gepanzerten Dinosaurier. Der Fund zeigt die Bedeutung Coahuilas als Schlüsselregion zur Erforschung der Dinosaurierfauna am südlichen Rand des Western Interior Seaway und liefert wertvolle Erkenntnisse zur Vielfalt, Verbreitung und ökologischen Rolle der Ankylosaurier in Nordamerika.
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Neue Dinosaurierzähne erweitern die Vielfalt der Jehol-Biota
Yin et al. berichten über den Fund von zwei Dinosaurierzähnen in der Unterkreide Jiufotang Formation in Liaoning (China). Der Fund markiert eine neue Fossilienfundstelle der Jehol-Biota mit dreidimensional erhaltenen Funden. Einer der Zähne gehört zu einem Theropoden und stammt von einer bisher unbekannten Art, die sich von Sinotyrannus unterscheidet, dem einzigen bekannten großen Theropoden der Formation. Der zweite Zahn gehört zu einem frühen Titanosauriformen und ist der jüngste Sauropoden-Nachweis in der Jehol-Biota. Die Funde erhöhen die Dinosaurierdiversität der Jiufotang-Formation von zehn auf zwölf Taxa.
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Petrustitan hungaricus
Uriash kadici
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Zwei neue Titanosaurier aus Rumänien
Díez Díaz et al. untersuchen Fossilien aus dem Hațeg-Becken in Rumänien und liefern neue Erkenntnisse zu Magyarosaurus dacus, einem „zwergwüchsigen“ Titanosaurier der späten Kreidezeit. Neben der Bestätigung dieser Art identifizieren sie drei weitere Titanosaurier: Paludititan nalatzensis, Petrustitan hungaricus (n. gen.) und Uriash kadici (n. gen. n. sp.), wobei letzterer zu den größten Sauropoden Europas zählt. Phylogenetische Analysen zeigen Verbindungen zu Gondwana-Linien. Die Größenunterschiede zwischen den Arten könnten durch ökologische Nischen oder frühes Zwergwachstum erklärt werden, ohne Anzeichen eines Größen-bedingten Artenwechsels im späten Maastrichtium.
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Neue Funde bestätigen, dass Holotyp von Leyesaurus marayensis ein Jungtier war
Peyre de Fabrègues et al. berichten über neue Erkenntnisse zu Leyesaurus marayensis, einem früh-divergierenden Sauropodomorphen aus Argentinien. Die erneute Aufbereitung von Material aus der Typlokalität Balde de Leyes führte zur Korrektur früherer Identifizierungen: Ein ursprünglich als Fußknochen bestimmtes Fossil wurde nun als Wadenbein erkannt. Eine erstmals durchgeführte osteohistologische Analyse identifiziert das Holotyp-Exemplar als Jungiter, was neue Einblicke in die Wachstumsphasen der Art ermöglicht.
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Carcharodontosaurier lebten auch in Australien!
Kotevski et al. beschreiben fünf Theropodenfossilien aus der Unterkreide Australiens, darunter drei Schienbeine und zwei Schwanzwirbel. Zwei der Schienbeine liefern den ersten Beleg für die schon länger bestehende Vermutung, dass Carcharodontosaurier auch in Australien verbreitet waren. Weitere Funde zeigen, dass Megaraptoriden bereits zu Beginn ihres Fossilnachweises große Körpergrößen erreichten. Ein Schienbein gehört zur Unenlagiinae-Gruppe, einer dromaeosaurischen Linie Gondwanas. Die Ergebnisse stützen die Hypothese, dass während des späten Jura und der Unterkreide ein sogenannter Faunenaustauschs stattfand: zwischen Australien und Südamerika konnten damals verschiedene Dinosaurierfamilien hin- und herwandern, wobei sie Antarktika als Landbrücke benutzten.
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Oviraptoriden-Eier liefern Hinweise auf verzögerte Eiablage
Zhu et al. beschreiben ein 2021 entdecktes Gelege aus acht vollständigen Eiern aus der Oberkreide der Qiupa-Formation in der Tantou-Senke, Henan. Die Eier gehören zur Oospezies Macroolithus yaotunensis (Elongatoolithidae) und wurden wahrscheinlich von dem Oviraptoriden Yulong mini gelegt. Die Anordnung der Eier und verstreute Schalenreste zeigen, dass das Gelege bereits vor der Fossilisierung beschädigt wurde. Mikroskopische Analysen der Eierschalen liefern zudem Hinweise darauf, dass das Ei länger als gewöhnlich im Leib des Muttertiers verblieb. Dieses Phänomen könnte darauf hindeuten, dass das Muttertier unter Stress stand, Umweltbedingungen die Eiablage verzögerten oder dass die Fortpflanzungsbiologie der Oviraptoriden Merkmale mit modernen Vögeln teilte, bei denen Ei-Zurückhaltung in bestimmten Situationen ebenfalls vorkommt. Es ist bereits das zweite bekannte Beispiel dieses Phänomens in der Familie Elongatoolithidae. |
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Keine „schwimmenden“ Sauropoden in Texas
Adams et al. untersuchen die berühmte Sauropoden-Spurenfundstelle in Texas, an der Roland T. Bird einst „schwimmende Brontosaurier“ vermutete. Neue Funde umfassen sieben zusätzliche Sauropoden-Fußabdrücke, eine weitere spurdominiert von Handabdrücken und eine einzelne Theropoden-Spur. Durch verschiedene Analysemethoden zeigen die Forscher, dass die Spuren nicht durch schwimmende Dinosaurier entstanden sein können. Die teilweise erhaltenen Fußabdrücke und geologische Hinweise auf seichtes Wasser von weniger als einem Meter Tiefe widerlegen die Idee, dass die Sauropoden mit den Vorderbeinen vom Boden abstießen. Die Spuren entstanden vielmehr in einer verhärtenden, flachen Sedimentschicht. |
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Weiche Gewebereste in Dinosaurierknochen: Echt oder Täuschung?
Schweitzer et al. untersuchen flexible, gefäßartige Strukturen in sechs Dinosaurierfossilien verschiedener Arten, Fundorte und Erdzeitalter. Mithilfe mikrostruktureller und molekularer Analysen vergleichen sie diese mit Blutgefäßen aus den Knochen eines Straußes. Die Ergebnisse liefern starke Hinweise darauf, dass es sich wirklich um originale Überreste handelt, jedoch auch Spuren von Mikroorganismen nachweisbar sind. Diese Studie trägt dazu bei, die umstrittene Frage nach der Erhaltung von Weichgewebe in fossilen Knochen zu klären. |
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Ceratosaurus wuchs schneller als seine Verwandten
Sombathy, O’Connor & D’Emic analysieren Knochen von Ceratosaurus aus der Morrison-Formation. Sie zeigen, dass dieser Theropode deutlich schneller wuchs als seine Verwandten Masiakasaurus und Majungasaurus. Seine Knochen waren stark durchzogen von Blutgefäßen und wiesen kaum Wachstumsunterbrechungen auf. Verschiedene Berechnungsmodelle bestätigen eine besonders schnelle Entwicklung, was auf eine evolutionäre Tendenz zu längerer Wachstumszeit innerhalb der Ceratosaurier hindeutet.
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Xingxiulong yueorum |
Neue Art von Xingxiulong
Chen et al. beschreiben mit Xingxiulong yueorum eine neue Art der früh-divergierenden Sauropodomorphen aus der Unterjurazeit der Lufeng Formation in China. Das Fossil, bestehend aus einem postcranialen Skelett, unterscheidet sich von der Typusart Xingxiulong chengi durch anatomische Merkmale. Phylogenetische Analysen bestätigen aber die Monophylie der Gattung Xingxiulong. |
Januar
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War Stygimoloch doch eine eigene Art?
Wroblewski berichtet über neue Funde von Stygimoloch spinifer aus der oberkreidezeitlichen Ferris Formation in Wyoming. Sie stellen den südlichsten bekannten Nachweis der Art dar und erweitern das bekannte Verbreitungsgebiet damit um 100 km. Schädelteile und zwei Zähne stammen aus Ablagerungen, die 0,32–0,457 Ma vor der K/Pg-Grenze entstanden. Die Daten stützen die Hypothese, dass S. spinifer eine eigenständige Art war, die nur während der letzten 500.000 Jahre der Kreidezeit vorkam, und somit nicht nur ein Wachstumsstadium oder Geschlechtsmorph von Pachycephalosaurus. Die geringe Häufigkeit von S. spinifer in Fossilfunden erschwert jedoch paläobiogeografische Analysen. |
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Zur Klassifizierung portugiesischer Sauropodenzähne
Saleiro & Tschopp analysieren 59 isolierte Sauropodenzähne aus dem Oberjura Portugals, die bislang ununtersucht im Museu da Lourinhã lagerten. Die Zähne lassen sich in vier Morphotypen einteilen: herzförmige Zähne (Turiasauria), spatelförmige Zähne (Camarasauridae), meißelförmige Zähne (Titanosauriformes indet.) und bleistiftförmige Zähne (Flagellicaudata). Statistische Analysen zeigen, dass der Slenderness Index (SI) eine taxonomische Zuordnung erleichtert, jedoch die Morphologie für eine präzise Bestimmung unverzichtbar bleibt. Die Untersuchung bestätigt einen evolutionären Trend zu schlankeren Zähnen bei Sauropoden und das Verschwinden breitkroniger Formen mit komplexer Zahn-zu-Zahn-Okkklusion im Verlauf der Unterkreide. Diese Veränderungen könnten mit der zunehmenden Effizienz der Zahnreihen bei Ornithischiern zusammenhängen, die eine effektivere Nahrungsverarbeitung ermöglichten. |
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Neue Funde erweitern das Bild von Bonapartenykus ultimus und der Alvarezsaurier
Meso et al. überprüfen Alvarezsaurier-Fossilien aus der argentinieschen Allen Formation, die ursprünglich von Salgado et al. (2009) beschrieben wurden. Außerdem untersuchen sie einen Alvarezsaurier-Oberschenkelknochen aus derselben Fundstelle, der zuvor von Coria, Cambiaso & Salgado (2007) fälschlicherweise als Ornithopoden-Femur klassifiziert wurde. Darüber hinaus beschreiben sie weiteres Alvarezsaurier-Material aus dieser Fundstelle. Durch Röntgenbeugungsanalysen der Sedimente zeigen sie, dass alle Exemplare wahrscheinlich aus derselben Schicht stammen wie das Holotyp-Exemplar von Bonapartenykus ultimus. Aufgrund morphologischer Ähnlichkeiten werden die neuen Funde vorläufig dieser Gattung zugeordnet. |
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Schlüsselphase in der Evolution der Sauropoden
Gomez et al. beschreiben das Gliedmaßenskelett des frühen Eusauropoden Bagualia alba aus dem späten Unterjura Patagoniens und analysieren die morphologische Entwicklung der Sauropoden anhand einer phylogenetischen Datenauswertung. Die Ergebnisse zeigen zwei bedeutende Veränderungen im morphologischen Spektrum: Erstens mit dem Aussterben der nicht-sauropoden Sauropodomorphen und der Diversifikation der Sauropoden im Toarcium, und zweitens mit der Expansion der Neosauropoden im späten Jura. Zudem zeigt die Analyse, dass Körpergröße stark mit der morphologischen Entwicklung korreliert. Bagualia liefert wichtige Einblicke in die frühen Anpassungen der Sauropoden und ihren Übergang zu massiven, vierbeinigen Pflanzenfressern. |
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Neue Einblicke in das Wachstum iberischer Ornithopoden
Maíllo et al. analysieren die Knochenhistologie eines bislang unbestimmten Ornithopoden aus der Kreidezeit der Maestrazgo Formation in Spanien. Das untersuchte Teilskelett, bestehend aus Wirbeln, Rippen und Gliedmaßenknochen, zeigt ein verlangsamtes Knochenwachstum und unterschiedliche Wachstumsmarkierungen, die das Individuum als subadult identifizieren. Die Skeletochronologie deutet darauf hin, dass der Dinosaurier mit etwa sieben Jahren geschlechtsreif wurde und zwischen neun und zwölf Jahren starb. Erstmals wurde das Drei-Fronten-Modell zur Analyse von Knochenhistologie bei einem Ornithopoden angewandt. Die Studie zeigt, dass verschiedene Knochen je nach Art unterschiedliche Wachstumsmerkmale aufweisen, was die Auswahl eines einheitlichen Referenzknochens für skeletochronologische Untersuchungen erschwert. |
Mexidracon longimanus |
Neuer Ornithomimide aus Mexiko
Serrano-Brañas et al. beschreiben mit Mexidracon longimanus sp. nov. eine neue Gattung und Art der Ornithomimiden aus der Oberkreide der Cerro-del-Pueblo-Formation in Coahuila, Mexiko. Das Fossil umfasst Teile der Wirbelsäule und Gliedmaßen und weist spezielle Merkmale wie extrem verlängerte Mittelhandknochen auf. Die phylogenetische Analyse bestätigt M. longimanus innerhalb der Ornithomimidae, wobei die Art eine polytomische Beziehung zu anderen Mitgliedern der Gruppe bildet. |
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Haplocanthosaurus weiter verbreitet als bisher angenommen
Boisvert et al. analysieren Fossilien von Haplocanthosaurus, einem rätselhaften Sauropoden aus der späten Jurazeit der Morrison-Formation, und quantifizieren mehrere bekannte Exemplare. Ihre Untersuchung identifiziert zwölf Individuen aus zehn Fundstellen in Colorado, Utah, Wyoming und Montana, was eine größere geographische Verbreitung als bislang bekannt zeigt. Häufig gefundene Elemente sind Rücken- und Schwanzwirbel sowie Schienbeinknochen. Zudem widerlegt der Nachweis in der oberen Morrison-Formation die bisherige Annahme, dass Haplocanthosaurus nur in den unteren Schichten vorkam. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Art zahlreicher war und länger, bis zum Ende des Jura überlebte, als bislang angenommen. |
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Neue Erkenntnisse zu Piatnitzkysaurus
Pradelli, Pol & Ezcurra beschreiben das Skelett von Piatnitzkysaurus floresi aus der Cañadón-Asfalto-Formation in Argentinien neu und untersuchen dessen Bedeutung für die Evolution der Tetanura, einer Großgruppe der Theropoden. Die detaillierte Analyse des Skeletts zeigt, dass Piatnitzkysaurus und andere Mitglieder der Piatnitzkysauridae die frühesten Vertreter der Allosauroidea innerhalb der monophyletischen Carnosauria sind. Morphologische Vergleiche zeigen, dass jurassische Tetanuren ein anderes morphologisches Spektrum als ihre kreidezeitlichen Verwandten aufwiesen. Die Ähnlichkeit von Piatnitzkysaurus mit mitteljurassischen Arten der Nordhalbkugel deutet darauf hin, dass alle Tetanuren außer den Coelurosauriern auf der ganzen Welt ähnliche Körperbaupläne entwickelten. |
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Gut erhaltener Schädel eines juvenilen Jeholosaurus
Bertozzo et al. beschreiben einen außergewöhnlich gut erhaltenen Schädel eines juvenilen Jeholosaurus shangyuanensis aus der Unterkreide der Liaoning-Provinz in China. Mithilfe von μCT-Scans wurden dessen Schädelelemente analysiert, trotz einiger durch Sedimentkompression verursachter Deformationen. Das Fehlen von nodulärer Ornamentierung im Gesichtsschädel wird als ontogenetisches Merkmal interpretiert. Die Analyse innerer Schädelknochen verbessert die phylogenetische Einordnung von J. shangyuanensis und ordnet Changmiania liaoningensis als den basalsten bekannten Ornithopoden ein. Diese Ergebnisse liefern eine stabilere Grundlage für die Evolution der frühen Ornithopoden und betonen die Bedeutung vollständiger Schädel für die Erforschung ihrer Entwicklungs- und Anpassungsgeschichte. |
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Neuer Lambeosaurier-Nachweis in China
Wang et al. beschreiben ein fragmentarisches Skelett eines Entenschnabeldinosauriers aus der späten Kreidezeit der Dalangshan-Formation in China. Das Skelett umfasst Rücken- und Schwanzwirbel, einen Humerus, ein Darmbein, ein Femur und ein Schienbein. Morphologische und kladistische Analysen weisen das Fossil der selten in China vertretenen Lambeosaurini-Gruppe zu. Zusammen mit zuvor gefundenen Tyrannosauroiden-Zähnen bestätigt dieser Fund die Präsenz typischer spätkreidezeitlicher Laurasia-Fauna in der Region, bestehend aus pflanzenfressenden Hadrosauriern und räuberischen Tyrannosauroiden. |
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Stammen die Dinosaurier ursprünglich aus dem Süden Gondwanas?
Heath et al. untersuchen die biogeografischen Ursprünge der Dinosaurier und ihrer archosaurischen Verwandten mithilfe eines phylogenetischen Ansatzes zur grötmöglichen Wahrscheinlichkeit (maximum likelyhood analysis). Die Analyse zeigt, dass Dinosaurier wahrscheinlich in niedrig gelegenen Breiten Gondwanas entstanden, wo sich Archosaurier nach dem Großen Sterben zwischen Perm und Trias ausbreiteten. Die Modelle erklären auch die Lücke im Fossilnachweis früher Vogelbeckendinosaurier, indem die Forscher die Silesauriden als frühe Ornithischier einordnen. Die Ergebnisse legen nahe, dass Dinosaurier während der späten Trias von Gondwana aus Pangaea besiedelten und sich an unterschiedliche ökologische und klimatische Bedingungen anpassten. Unterrepräsentierte Fossilien in niedrigeren Breiten haben bisher ein vollständiges Bild ihres Ursprungs verdeckt. |
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Neuer prähistorischer Vogel aus der Unterkreide Chinas
O’Connor et al. beschreiben ein Teilskelett eines Enantiornithinen aus der Unterkreide Xiagou-Formation in China, dessen Fossilie sich in einem wahrscheinlichen Speiballen eines größeren Raubtieres befanden. Die neue Art trägt nun den Namen Novavis pubisculata, was „Neuer Vogel mit kurzem Schwambein“ bedeutet. Die verkürzte Schambeinlänge deutet auf einen proportional kleinen Bauchraum hin und könnte Muskelveränderungen verursacht haben, die die Geschwindigkeit der Schwanzmuskulatur beeinflussten. Da Enantiornithinen aber keine aerodynamischen Schwanzfedern besaßen, hatte diese Anpassung wohl keine negativen Auswirkungen auf ihre Flugfähigkeit. Die Entdeckung erweitert das Verständnis über die morphologische Vielfalt und funktionellen Anpassungen dieser frühen Vögel.
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Neue Dinofährte aus Brasilien
Deiques et al. beschreiben neue Dinosaurierspuren aus der Guará-Formation im Südwesten von Rio Grande do Sul, einem Bundestaat in Brasilien. Darunter befinden sich eine außergewöhnlich gut erhaltene Theropodenspur und die zweite bekannte Ankylosaurierspur der Region. Die Theropodenspur, ein dreizeihiger Abdruck des linken Fußes, wurde geschützt in einem Bachbett entdeckt und zeigt beeindruckende dreidimensionale Details. Sie kann den Ichnogenera Jurabrontes oder Iberosauripus zugeordnet werden. Die Ankylosaurierspur, eine tetradactyle, asymmetrische Spur mit robustem und abgerundetem Sohlenabdruck, wird als Unterspur interpretiert und könnte zu Tetrapodosaurus oder Metatetrapous gehören.
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Oberschenkel vonMegaraptor wirft neues Licht auf die Verwandtschaft
Calvo et al. beschreiben den ersten dokumentierten Oberschenkelknochen eines südamerikanischen Megaraptoriden, entdeckt in der Oberkreide der Portezuelo-Formation in Patagonien, Argentinien. Das Fossil wird Megaraptor namunhuaiquii zugeordnet, der in gleichalten Schichten in der gleichen Fundgegend entdeckt wurde. Das Fossil weist auch große Ähnlichkeiten mit einem juvenilen Exemplar der gleichen Art auf. Der Langknochen zeigt aber auch Unterschiede im Vergleich zum Jungtier, die auf Entwicklungsstadien hinweisen. Zudem verdeutlichen anatomische Abweichungen zwischen dem Oberschenkel von Megaraptor und dem von Gualicho shinyae, dass die beiden Theropoden nicht besonders eng verwandt waren. |
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Zur Erforschung der Fortbewegung von Dinosauriern
Falkingham erörtert eine kombinierte Methodik zur Rekonstruktion der Fortbewegung von Dinosauriern. In seiner Studie schlägt er vor, Erkenntnisse aus Skelettfunden, Fossilspuren, Skelett- und Muskelmodellen sowie Beobachtungen bei lebenden Verwandten zu kombinieren. Skelettrekonstruktionen helfen, Haltung, Bewegungsradius und Körpermasse zu bestimmen. Muskulaturmodelle simulieren Muskelbewegungen und testen Hypothesen zur Lokomotionsleistung. Fossilierte Fußspuren liefern direkte Hinweise auf Geschwindigkeit, Gangart und Haltung. Die Studie betont, dass eine umfassende Rekonstruktion der Fortbewegung von Dinosauriern die Kombination all dieser Beweise erfordert, um fundierte Einblicke in Verhalten, Ökologie und Erscheinung dieser Tiere zu gewinnen. |
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Die Evolution des Arctometatarsus
Kubo & Kobayashi analysieren die evolutionäre Entwicklung des Arctometatarsus, einer spezialisierten Fußstruktur, die bei verschiedenen Coelurosaurier-Linien wie Ornithomimosauriern, Oviraptorosauriern, Tyrannosauriern, Alvarezsauriern und Deinonychosauriern vorkam – aber unabhängig in konvergenter Evolution entstand. Die Ergebnisse zeigen, dass bei Ornithomimosauriern und Oviraptorosauriern die Verlängerung der unteren Hinterbeinsegmente der Entwicklung des Arctometatarsus vorausging. In anderen Linien geschahen diese Anpassungen parallel. Die Studie deutet darauf hin, dass diese Merkmale, die auf eine erhöhte Laufleistung hinweisen, während der mittleren Kreidezeit (93–120 Mio. Jahre) entstanden und durch selektive Anpassung an verbesserte Fortbewegungsmechanismen gefördert wurden. Das Fehlen dieser Fußstruktur außerhalb der Coelurosaurier zeigt phylogenetische Einschränkungen bei dieser Anpassung.
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Neue Methoden der Erforschung von Wachstum und Fortpflanzung bei Dinosauriern
Chapelle, Griffin & Pol analysieren die Fortschritte und Herausforderungen in der Erforschung der Ontogenie und Fortpflanzungsbiologie von Dinosauriern. Diese sind für unser Verständnis von Verwandtschaft, Paläoökologie und Makroevolution von entscheidender Bedeutung. Die Forscher heben hierbei Probleme wie die Variabilität der Knochenmorphologie und die begrenzte Probenzahl hervor. Sie empfehlen daher vermehrte Feldarbeit und die Nutzung bestehender Fossiliensammlungen, den Einsatz von μCT-Scans sowie standardisierte Methoden und Terminologien. Vergleichsdaten lebender Arten sollen genutzt werden, um ein umfassenderes Bild der Entwicklung und des ökologischen Erfolgs von Dinosauriern zu zeichnen. Diese Ansätze sollen künftige Forschung in der Dinosaurier-Evolution voranbringen.
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Tameryraptor markgrafi |
Holotyp von Carcharodontosaurus saharicus neu beschrieben
Kellermann, Cuesta & Rauhut beschreiben das von Stromer 1931 beschriebene und im Krieg zerstörte Exemplar von Carcharodontosaurus saharicus auf Basis von Fotos und Zeichnungen neu. Dabei wurden diagnostische Merkmale deutlich, die eine eigene Gattung und Art rechtfertigen. Das Exemplar stammt aus der Baharya Formation und trägt nun den Namen Tameryraptor markgrafi. Die Forscher fanden zudem Unterstützung für die These, dass Carcharodontosauriden und Metriacanthosauriden eine gemeinsame Klade bilden, die sie als Carcharodontosauriformes benannten. |
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Daspletosaurus – direkter Vorfahre oder doch nur Cousin von T. rex?
Scherer untersucht die Evolution der Tyrannosaurinen mit modernen phylogenetischen Methoden wie Bayes’scher Inferenz und gewichtetem Parsimonie-Ansatz. Die Ergebnisse zeigen, dass Daspletosaurus-Arten eine paraphyletische Gruppe bilden, also keine geschlossene Einheit. Ein Zweig aus dieser Gruppe könnte zwar zu den Tyrannosaurini führen, aber gleichzeitig bleibt Daspletosaurus ein eigenes Taxon mit einer eigene Stammlinie. Die Analyse deutet auch auf mögliche neue Metaspezies von Daspletosaurus hin, ohne jedoch neue Taxa zu benennen. Scherer betont außerdem die Bedeutung, Homoplasien (konvergente Evolution!) bei der Untersuchung von Fossilien zu berücksichtigen, und bietet neue Perspektiven zur anagenetischen und cladogenetischen Evolution von Tyrannosaurinen. |
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Lebensraum-Präferenzen von Dinosauriern in Südwesteuropa
Vázquez López et al. analysieren fossile Funde aus der späten Kreidezeit in Südwesteuropa, um Umweltpräferenzen von Dinosauriergruppen zu bestimmen. Die Ergebnisse zeigen, dass Titanosaurier, Hadrosaurier und gepanzerte Nodosauriden bevorzugt in Tieflandumgebungen lebten, während Abelisauroiden keine klare Präferenz zeigten. Die Studie widerspricht früheren Arbeiten, die Nodosauriden und Hadrosaurier mit Küstengebieten assoziierten. Stattdessen deuten die Daten auf eine Nischenaufteilung bei der Nahrungssuche zwischen Titanosauriern, Ornithopoden und Nodosauriden hin, besonders im Zuge des Maastrichtiums. Zusätzliche Daten sind erforderlich, um diese Beziehungen weiter zu bestätigen. |
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Neue Titanosaurier-Funde aus Mato Grosso enthüllen seltene Pathologien
Lacerda et al. berichten über Titanosaurier-Fossilien aus der Oberkreide der brasilianischen Cambambe Formation in Mato Grosso. Die Funde umfassen vier unvollständige Schwanzwirbel und zwei Knochenfragmente, darunter ein mögliches linkes Darmbein. Zwei Wirbel zeigen pathologische Merkmale wie subchondrale Zysten, das dritte bekannte Beispiel dieser Art bei Titanosauriern. Diese Verletzungen könnten durch wiederholte mechanische Belastung, vielleicht durch Kämpfe, Stürze oder infektiöse Prozesse entstanden sein. Trotz fehlender Gattungsdiagnose deuten die Materialien auf zwei verschiedene Morphotypen hin, die primitive und abgeleitete Merkmale kombinieren. Diese Entdeckungen unterstreichen das Potenzial Mato Grossos für weitere bedeutende Titanosaurier-Funde. |
Dzharacursor bissektensis |
Neuer Ornithomimide aus Usbekistan
Averianov & Sues 2025 beschreiben einen neuen Ornithomimiden aus Usbekistan, auf von Fossilmaterial, dessen erste Bestandteile bereits 1995 auftauchten und das zunächst der Gattung Archaeornithomimus zugeschrieben wurde. Bei einer Revision wurden diagnostische Merkmale deutlich, die eine eigene Gattung rechtfertigen. Das Exemplar stammt aus der Bissekty Formation und trägt nun den Namen Dzharacursor bissektensis. |
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Analyse von Dino-Fußspuren aus Nordspanien
Piñuela et al. analysieren Fußspuren aus der Lastres-Formation des Oberjura in Nordspanien, die verschiedene Abdruckebenen zeigen. Ein besonderes Exemplar enthüllt vier Tiefenniveaus: ein oberflächlicher Stegosaurier-ähnlicher Abdruck, ein vogelähnlicher Abdruck, ein Nichtvogel-Theropoden-Fußabdruck und ein tiefes, losgelöstes Unterspurmodell aus Sandstein. Diese Morphologieänderungen betonen die Unsicherheiten bei der Zuordnung von Spuren zu bestimmten Dinosaurierarten. Die Ergebnisse zeigen, dass ichnotaxonomische und biogeographische Analysen nicht ausschließlich auf vermeintlichen Spuren-Anatomie-Zuordnungen basieren sollten, da taphonomische Prozesse die Form stark beeinflussen können.
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Ahvaytum bahndooiveche |
Neuer basaler Sauropodomorph aus Wyoming (USA)
Lovelace et al. beschreiben einen neuen basalen Saurischier, wahrscheinlich einen Sauropodomorphen, aus Wyoming. Die neue Art wird auf Basis eines fragmentarischen Beinskeletts beschrieben, das bereits 2013 entdeckt wurde. Das Exemplar stammt aus der Popo Agie Formation und trägt den Namen Ahvaytum bahndooiveche. |
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Neues Archaeopteryx-Exemplar aus Bayern
Foth et al. beschreiben ein neues Archaeopteryx-Fossil aus der Mörnsheim-Formation der Oberjurazeit in Bayern. Es ist nunmehr das 14. Exemplar des berühmten Urvogels. Das Fossil enthält Teile der Vorder- und Hintergliedmaßen und zeigt Ähnlichkeiten mit dem Münchener Exemplar. Trotz starker Veränderungen durch Diagenese ist die Zugehörigkeit zu Archaeopteryx unstrittig. Phylogenetische Analysen unterstützen diese Zuordnung, während die genaue Art jedoch nicht bestimmt werden kann. Dieses Fossil ist bereits dritte Exemplar, das in diesem Steinbruch bei Mühlheim und bietet wie seine Vorgänger wichtige Einblicke in die Evolution der frühen Vögel. |
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